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Donnerstag, 15. Juni 2017

LIFE UPDATE | Mein Weg zum Iron Girl und warum Du niemals aufgeben darfst




»At any given moment you have the power to say: this is not how my story is going to end.«


Es ist in letzter Zeit ruhig geworden hier. Vielleicht kurz vorweg: mein Leben hat sich in den letzten Wochen um 180° gedreht. Gleichzeitig sind Träume für mich in Erfüllung gegangen und gleichzeitig hat das Schicksal ziemlich zugeschlagen. Wenn man das so sagen kann. Sich ständig zwischen Freude und Trauer zu befinden macht das alles nicht gerade leichter. Aber es wird langsam besser. Ich brauche nur ein bisschen Zeit für mich und deshalb werde ich ab sofort nur noch bloggen, wenn mir etwas auf dem Herzen liegt, wenn ich Lust habe etwas zu schreiben und euch etwas mit auf den Weg geben will. Jetzt aber zurück zum heutigen Blogpost. Wie einige von euch schon auf Facebook oder Instagram mitbekommen haben, bin ich letzte Woche beim Iron Girl gestartet. Nicht spektakulär werden sich viele denken, aber für mich war es das. Warum versuche ich euch hier zu erklären.


Ich hatte letztes Jahr nach der großen Bauch OP ziemliche Schwierigkeiten wieder richtig laufen zu können. Angefangen hat alles mit vielleicht ein paar Metern. Bis Januar diesen Jahres konnte ich nur laufen, aber nicht schnell gehen, geschweige denn Joggen. Meine Ärzte waren der Meinung, dass ich damit nun leben müsste. Ich war da anderer Meinung. Nach fast jedem Training bin ich noch aufs Laufband. Ich bin jedes verdammte Mal gescheitert. Nach nichtmal einer Minute bekam ich die Endometriose-typischen Beckenschmerzen, mit denen weiterlaufen definitiv keine Option ist. Doch im Februar kam Tag X. Es waren zwar nur 5 Minuten die ich durchhielt, aber immerhin.

In den darauffolgenden Monaten konnte ich mich steigern und auch langsam an der Geschwindigkeit arbeiten. Irgendwann beschloss ich, dass ich mich zum Iron Girl anmelde, um ein festes Ziel vor Augen zu haben. Ohne Ausreden.

Und dann kam doch noch alles anders. Erst die Bein OP im Mai. Dann die Thrombose. Und nun die Schicksalsschläge. Der letzte sogar eine Nacht vor dem Rennen, nach nur zwei Wochen richtiger Vorbereitungszeit. Ich habe keine Stunde geschlafen und mich erst mittags dann doch dazu entschlossen an den Start zu gehen. Ich habe meine ursprünglichen Ziele hinten angestellt und wollte einfach nur für mich laufen.

Es war ein unfassbar heißer Tag und ich würde heute einiges anders handhaben, aber dazu war das Rennen ja da. Um wieder Wettkampferfahrungen zu sammeln und es nächstes Mal besser zu machen. Ich bin viel zu schnell gestartet und war die ersten Kilometer bei den ersten 10 dabei. Danach war natürlich die Luft raus und ich musste langsamer machen. Bei Kilometer 4 kam ich erst so richtig in mein eigentlich recht zügiges Grundtempo rein, was natürlich viel zu spät war. Bei Kilometer 5 sind wir in ein Gewitter reingelaufen und man hat vor lauter Regen kaum mehr etwas gesehen. Der ganze Spuk war nach weiteren 10 Minuten vorbei und ich konnte das Tempo sogar nochmal ausbauen und halten. Am Ende war sogar noch Kraft für einen Zielsprint übrig. Danke an die liebe Triathletin die gesehen hat, dass ich zum Sprint ansetze und sich kurzerhand dazu entschlossen hat die letzten paar hundert Meter mit mir zu rennen! Das war echt große Klasse :). Als ich über die Ziellinie gelaufen bin, war ich völlig überwältigt von meinen Emotionen. Dass ich dort tatsächlich ankomme, war so lange Zeit einfach nicht klar. Und dieses Gefühl es doch geschafft zu haben, werde ich niemals in meinem Leben mehr vergessen. Am Ende bin ich sogar, trotz all der Widrigkeiten, meine absolute Bestzeit auf dieser Distanz gelaufen und das macht mich unfassbar stolz nicht aufgegeben zu haben. 


»THE BEST VIEW COMES AFTER THE HARDEST CLIMB.«


Wenn ich etwas im Leben gelernt habe, dann dass man niemals - unter keinen Umständen - aufgeben darf. Wenn man immer alles gibt, dann kann man sich nie selbst etwas vorwerfen. Man darf scheitern und das gehört manchmal auch dazu. Aber immerhin hatte man den Mut es zumindest zu versuchen. Und das ist so viel mehr wert, als es gar nicht erst probiert zu haben.

Das zählt nicht nur für den Sport, sondern natürlich auch für alle anderen Lebensbereiche. Man muss seine Komfortzone verlassen um zu wachsen und besser zu werden. Sowohl mental als auch körperlich, wobei ich finde, dass gerade der mentale Aspekte eine riesige Rolle spielt. Denn was man sich gedanklich nicht vorstellen kann zu erreichen, das wird man höchstwahrscheinlich auch nicht schaffen. Deswegen wundere ich mich oft darüber, warum gefühlt jeder ins Fitnessstudio rennt, sich aber kaum jemand mit Meditation etc. auseinandersetzt. Das kann nämlich Berge versetzen und ohne das jahrelange Training auch in diesem Bereich, hätte ich dieses Ziel und viele weitere in meinem Leben niemals erreicht.

Was andere über euch denken ist egal.
Was am Ende zählt ist nur der Glaube an euch selbst.


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