Take note of the smaller things - they tend to mean the most.

Sonntag, 8. Januar 2017

LIFE UPDATE | Plant-Based Ernährung




»IT IS OUR CHOICES THAT SHOW WHAT WE TRULY ARE, FAR MORE THAN OUR ABILITIES.« ALBUS DUMBLEDORE


* Eine kurze Anmerkung vorweg: ich weiß, dass ich mich mit diesem Post möglicherweise aufs Glatteis begebe, jedoch liegt mir diese Thematik mittlerweile sehr am Herzen. Über die letzten Monate habe ich viel recherchiert, mich mit anderen darüber ausgetauscht und ausprobiert. Auch auf Instagram habe ich mit ein paar von euch schon darüber geschrieben, aber da das alles den Rahmen eines Instagramposts sprengen würde, habe ich mich dazu entschlossen einen ganzen Blogpost zu schreiben. Das hier alles spiegelt momentan meine eigene Entscheidung und meine eigene Meinung zu diesem Thema wider. Das heißt auch, dass ich natürlich jede andere Sichtweise vollkommen akzeptiere und nachvollziehen kann. Dieser Post dient absolut nicht dazu jemanden von etwas zu überzeugen oder ihm ein schlechtes Gewissen zu machen. Ich möchte nur zum Nachdenken anregen :-) 



Ich habe mein Leben lang gerne und oft Fleisch gegessen. Milch und Käse sowieso. Meine Großeltern besaßen einen Bauernhof und haben selbst geschlachtet. Für meine Familie war es immer vollkommen normal tierische Produkte zu essen und wir haben das auch nie in Frage gestellt. Außer ganz früher, da gab es meist nur am Wochenende einmal Fleisch. Das erste Mal selbstständig darüber nachgedacht habe ich mit 15 Jahren und ich habe es damals überhaupt nicht verstanden warum ich Tiere essen sollte, wenn ich sie eigentlich so sehr mag. Ich konnte nicht glauben, dass der Zweck von Tieren darin besteht uns als Kleidung, Essen oder Unterhaltung zu dienen. Hier stand vor allem noch das Wohlergehen der Tiere für mich an oberster Stelle. Was darauf folgte waren vier Jahre in denen ich komplett vegetarisch lebte. Durch viele viele Umstände habe ich irgendwann wieder angefangen ab und zu Fleisch zu essen. Vor zwei Jahren kam ich zum Bodybuilding und ab diesem Moment gab es dann unfassbar viel Fleisch, Fisch, Eier, Milch und Käse auf dem Essensplan (save the gainz und so ;)).  Das wurde mir sehr schnell zu viel und es war gegen Ende hin für mich einfach nur noch eine absolute Qual mir diese fünf Mahlzeiten am Tag reinzuhauen. 

Da fing es bereits an, dass ich immer mehr tierische Produkte reduziert habe, weil ich es einfach nicht mehr sehen konnte. Weil ich das Gefühl hatte, dass es mir einfach nicht gut tut. Ich war andauernd völlig überfüllt, unfassbar müde, antriebslos und hatte Bauchweh. Nach der Diagnose von letztem Juli rieten mir die Ärzte zu einer pflanzenbasierten (=plant-based) Ernährung, da tierische Produkte freie Radikale in unserem Körper freisetzen, welche Entzündungsprozesse hervorrufen und bestehende fördern können. Mit einer pflanzenbasierten Ernährung passiert das nicht. Doch das ist alles natürlich immer leichter gesagt als getan. Für mich war aber auch klar, dass ich nicht komplett auf Fleisch, etc. verzichten möchte. Von daher kam mir dieses Konzept sehr gelegen. Ich handhabe es zur Zeit so, dass ich zu Hause zu 80% vegan koche, auswärts wenn es sich ergibt, aber ich würde niemals verlangen, dass jemand für mich extra vegan kocht wenn ich irgendwo eingeladen bin. Und wenn ich mal Lust auf ein Stück Fleisch habe, dann esse ich das auch. Für mich ist einfach ein verantwortungsbewusster Umgang damit wichtig und ich persönlich will gerne wissen woher mein Essen kommt. Billigfleisch aus dem Supermarkt kommt / kam für mich daher noch nie in Frage. Klar gibt es immer Menschen die sagen werden: entweder ganz oder gar nicht. Ich teile diese Meinung nicht. Ich kann es zwar durchaus verstehen, aber ich denke jeder kleine Schritt in diese Richtung ist schon sehr gut und zeigt, dass sich jemand Gedanken über seine Entscheidungen macht. 

Für mich geht es hier nicht um Verlust oder Verzicht. Es geht darum den Mut zu haben endlich Verantwortung für seine Entscheidungen zu übernehmen. Es geht darum, Frieden für sich selbst zu erlangen, indem man keine anderen Lebewesen brutal ausbeutet, die für ihr Schicksal überhaupt nichts können. Es geht darum, denjenigen deine Stimme zu geben, die keine eigene Stimme haben.

Es geht aber nicht nur darum, den Tieren bessere Bedingungen zu geben. Diese Entscheidung ist auch eine Entscheidung für unsere Umwelt, für die Regenwälder, gegen den Welthunger und für die eigene Gesundheit. Wenn man bedenkt, dass die Produktion eines Burgers so viel Wasser verbraucht, dass man damit einen Monat! lang duschen könnte, sieht man, dass jede Mahlzeit bei der man sich mal für etwas anderes als Fleisch entscheidet, ein kleiner aber wichtiger Schritt sein kann. 

Hast du dich jemals gefragt warum du vielleicht laktoseintolerant? Die Antwort ist eigentlich recht simpel, du bist schließlich keine Baby Kuh und dein Körper ist nicht dazu ausgelegt mit Kuhmilch zurecht zu kommen. Milch ist nicht dazu da uns Erwachsenen als Nahrung zu dienen. Hinter der Milch steckt eine Industrie, in der Kühe so viele Kälber wie möglich bekommen müssen und diese dann nur wenige Tage zu sehen bekommen. Wenn überhaupt. Und wir trinken dann diese Milch, die eigentlich doch für die Kälber gedacht ist? Ganz ehrlich? Ich persönlich finde das ziemlich absurd und abwegig. Es würde ja auch niemand mehr Muttermilch trinken. Kein Wunder also, dass die Medizin und Ernährungswissenschaft immer mehr Zusammenhänge zwischen dem Konsum von Milchprodukten und der Entstehung gesundheitlicher Beschwerden sieht. Das ist nun wirklich nichts neues. Für mich persönlich und auch einige meiner Freunde, hatte der Verzicht auf Milchprodukte den wohl größten Effekt. Man ist irgendwie fitter, aufmerksamer, die Haut wird besser und man ist bedeutend weniger müde.

Und falls sich jemand fragt wo man bei einer pflanzenbasierten Ernährung hauptsächlich sein Protein herbekommt... Genau von da, wo dein Protein seins herbekommt ;)








Ich habe mich zwar in den vergangenen Jahren bereits sehr ausführlich mit Ernährung auseinandergesetzt, doch wie vielseitig eine pflanzenbasierte Ernährung ist, war mir irgendwie nicht so klar. Dass man mindestens fünf Portionen Obst / Gemüse am Tag essen sollte, hat man ja irgendwie im Hinterkopf - aber mal ganz ehrlich, wer bekommt das im Alltag schon hin? Durch diese Umstellung fällt mir das jetzt um ein vielfaches leichter. Außerdem hat man ja immer Bedenken auf was man alles verzichten muss. Nach fast zwei Monaten in denen ich zu Hause fast ausschließlich vegan gekocht habe, ist mir kein Gericht untergekommen, für das es keine Alternative gibt. Von Burgern über Pizza und Zimtschnecken ist echt alles machbar. Für alles gibt es einen Ersatz und genau diese Tatsache macht es mir mittlerweile selbst schwer, meine eigenen Rechtfertigungen für tierische Produkte noch glauben zu können. 


Vollkornsandwich mit Avocadocreme, Falafel, veganem Käse und Tomaten


Vegane Zimtschnecken


Pizza mit Gemüse und veganem Käse (der schmilzt genauso wie normaler Käse auch)


Weizenbratling mit Avocadocreme, Babyspinat, Tomaten, Orangen-Senf-Soße und Süßkartoffelpommes


Pancakes mit Himbeeren, Kokos und Nüssen


Karotten-Ananas-Smoothie


Was ich eigentlich damit sagen will ist, nicht dass es nur eine einzige richtige Art gibt sich zu ernähren. Es gibt nicht den goldenen Weg. Alles hat seine Vor- und Nachteile und ich hab da schon einige "Extreme" mitgemacht. Vielleicht erachte ich im Moment diesen Weg für mich als den richtigen, da ich durch das Bodybuilding und die typische Ernährung dafür einfach Unmengen (und damit meine ich Unmengen!) an Fleisch und Milchprodukten in mich reingehauen habe. Der Appetit darauf war mir längst schon abhanden gekommen. Für mich war das einfach kein Genuss mehr. Für mich und meine Situation macht das gerade einfach am meisten Sinn. So fühle ich mich wohl und es ist eben ein Mittelweg und kein "Extrem" mehr. Mir tut es gerade einfach wirklich gut und ich denke jeder kleine Schritt zählt.

Überhaupt ist es toll zu sehen, wenn Menschen sich dazu entscheiden einfach nur mal darüber nachzudenken und sich damit auseinandersetzen wo ihr Essen eigentlich her kommt und unter welchen Bedingungen und mit welchen Folgen es produziert wird. "Das haben wir aber immer schon so gemacht" ist wohl das - Verzeihung - blödeste und unwirksamste Argument. Manchmal tut es gut über seinen eigenen Horizont zu schauen und den traurigen Ernst unserer Umweltlage zu erkennen.

Es gibt drei Filme die ich euch ans Herz legen kann (und nein, man sieht hier nicht wie Tiere abgeschlachtet werden). Es geht um drei sachliche Dokumentationen die sich völlig objektiv mit der Tierhaltung, Landwirtschaft und Umwelt auseinandersetzen.
1. Food Choices (mein Favorit)
2. Cowspiracy
3. Forks over Knives



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