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Mittwoch, 7. August 2013

What doesn't kill you makes you stronger


Am 01.07.2013 kam das meist ersehnte Ziel immer näher: Endlich auf nach Whistler!
Whistler war 2010 Austragungsort der Olympischen Winterspiele und hat den besten Mountainbike Park der Welt. Damit ist es ein beliebtes Reiseziel in Kanada.
Die Vorfreude war rießig und so fuhren wir mit einem berühmt berüchtigten Greyhound Bus, 2 Stunden durch die schöne Landschaft Kanadas, um am Nachmittag dort anzukommen. Die Erwartungshaltung war hoch und wir wurden keineswegs enttäuscht. Direkt neben dem Krankenhaus (wie praktisch) hatten wir ein wunderschönes Appartment im Alpenglow Hotel mit King Size Bett, Kamin, Balkon, Whirpool und einer rießigen Küche mit Essbereich.



Am Nachmittag erkundeten wir ein bisschen die Stadt und schlenderten durch die Fahrradläden um nach geeigneten Bikes Ausschau zu halten. Schließlich holten wir noch unsere Lifttickets, denn am nächsten Tag stand mein Crashkurs bezüglich Downhill fahren an. Man, war ich aufgeregt!
Sieht schon verdammt cool aus wie die anderen da den Berg runterbrettern. Mal sehen was mich wohl am nächsten Tag erwarten würde. Abends trafen wir uns mit 3 anderen Deutschen zum Bier trinken im GLC. Philip hatte diese über ein Fahrradforum ausfindig gemacht und so verbrachten wir einen gediegenen ersten Abend mit Bier, gutem Essen und einem Feuerwerk, denn schließlich war Canada Day!


Halbwegs ausgeschlafen versuchte ich verzweifelt etwas zu frühstücken, aber irgendwie war mir nicht danach. Also ging es los zum Bikeshop, wo Marius - mein Coach für die nächsten Stunden - auch schon wartete. Bike passte, Helm passte und auch der Rest passte. Somit konnte es los gehen. Da wir keine Zeit verlieren wollten, ging es direkt in den Lift und hoch in den Whistler Mountainbike Park. Was für ein geiles Gefühl!
Zunächst übten wir die Grundlagen - Haltung, Bremsen, Kurventechnik - bevor es die "EZ Does It" hinunterging. Zunächst hatte ich noch ziemlich Respekt ob alles klappen würde, aber ziemlich schnell waren meine ganzen Befürchtungen über Bord geworfen und ich habe die Abfahrt einfach nur genossen. Ein ganz schön fordernder Sport, muss ich sagen. Ohne 100% Konzentration, Ausdauer, Kraft und Balance zu jeder Zeit,liegt man schneller auf dem Boden als man denkt :D
Ganz zum Schluss versuchte ich mich auf  der anspruchsvolleren und beliebten "B-Line" in die mich gnadenlos verliebt habe. Daran sollte sich auch in den nächsten Tagen nichts mehr ändern. Völlig geschafft kamen wir im Tal unten an und irgendwie war es ein befreiendes Gefühl aus all den stickigen Schonern herauszukommen.




Am Donnerstag fuhr ich den ganzen Tag mit Philip zusammen und er brachte mich wirklich an meine Grenzen. Mit der "Crank it up" hatte er mir irgendwie für den Anfang zu viel zugemutet, oder ich mir eher zu wenig. Wie auch immer ich es geschafft habe, diese verdammte Strecke mit den etlichen Sprüngen, heil hinunterzukommen... Spaß gemacht hat es trotzdem jede Menge. Schließlich muss man auch über sich hinauswachsen.
Die Mittagspause nutzten wir um ganz hoch auf den Berg zu fahren und uns ein bisschen abzukühlen.
In kurzen Hosen fror man zwar, aber die Aussicht dort oben war fantastisch. Bei der Mittelstation sahen wir diesen - nicht in Worte zu fassenden - Gletschersee. Welch reine blaue Farbe... Einfach atemberaubend.


Wir nahmen den nächsten Lift, wanderten ein bisschen und fanden uns prompt vor einer ziemlich hohen Schneewand stehen.



Und auch die Peak to Peak Gondel nahmen wir um vom Whistler Mountain zum Blackcomb Peak zu fahren. Das ist sozusagen ein Pflichtprogramm wenn man in Whistler ist. Dabei handelt es sich um die höchste Gondel der Welt mit absurden 436m! Das ist selbst schwindelerregend, wenn man keine Höhenangst hat.






Am Nachmittag machten wir wieder die Trails unsicher, wobei ich im wirklich letzten Anlieger, ziemlich fies gestürzt bin. Das hatte ich schon gemerkt als ich in die Kurve reingefahren bin und zack bin ich auf meiner linken Seite, samt Bike den Hang runtergerutscht. Meine Nerven! Gegen Ende des Tages machten meine Hände einfach nicht mehr mit und das Bremsen ging immer schwerer. Außer einem aufgeschürften und blitzeblauen Oberschenkel war aber alles noch dran... Geheult wird erst, wenn es blutet oder komisch weg steht. Okay - es hat geblutet aber das ist kein Grund aufzuhören :). Und somit ging es wieder mit dem Lift hoch um die letzte Stunde noch voll auszukosten.
Am Abend trafen wir uns wieder mit den anderen im "El Furniture" und ließen uns die wohl leckersten Burger der Welt schmecken. Was für ein fantastischer Ausklang!


Am nächsten Morgen bekam ich dann die Rechnung für unseren Gipfelausflug. Eine fette Erkältung inklusive Fieber, Schüttelfrost und Husten. Jetzt musste ich meine Freunde, das Bike und die Schoner, gegen Grippostad und Hustensaft eintauschen. Das war ein denkbar schlechter Tausch!
So hatte ich mir den letzten Tag in Whistler nicht vorgestellt.
Philip wollte heute sowieso nicht fahren gehen und so holten wir unseren Mietwagen ab und machten einen kleinen Ausflug zum "Lost Lake", bevor es zurück ins Appartment zum Koffer packen ging.

 
Was soll ich noch groß sagen? Whistler hat es mir verdammt angetan, insbesondere das Downhill fahren könnte eine harte Konkurrenz für meine Pferdeliebe werden.
Dass so etwas jemals passieren würde hatte ich immer stark angezweifelt. Aber dieses Gefühl auf dem Bike die Trails zu shredden ist einfach nur grandios und unbezahlbar.
Wenn es im August  wieder nach Hause geht werde ich definitiv öfter im Bikepark anzutreffen sein.
Für mich war Whistler der perfekte Urlaubsort, an den ich auf alle Fälle wieder zurückkehren werde!





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