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Sonntag, 28. Juli 2013

Von tiefen Schluchten, weiten Wüsten und unendlichen Seen


Nach den ersten Wochen in den USA stand unser zweiter großer Roadtrip im Kalender.
Irgendwie schafften wir es unser Gepäck, inklusive der stetig steigenden Shoppingtaschen, in unserem Mietauto, zu verstauen. Dabei handelte es sich um einen Dodge Dart.
Außer ein paar lästigen roten Ampeln, stand uns nun nichts mehr im Wege. Am Abend kamen wir nach einer langen Fahrt in Seligman an. Ein sehr kleines Dörfchen, entlang der legendären Route 66.
Es lohnt sich dort einen kleinen Stopp einzulegen und sich näher anzusehen, was sich die Hausbesitzer so alles für die Touristen einfallen lassen.




Was uns am nächsten Tag erwartete, ist eigentlich kaum in Worte zu fassen und wenn man es versuchen würde, wären es sicherlich die Falschen.
Wir standen etwa gegen 10Uhr morgens vor dem Grand Canyon im Bundesstaat Arizona und der Anblick, der sich uns bot, war einfach atemberaubend schön.
Die Schlucht ist ingesamt über 400km lang und im Tal fließt der Colorado River hindurch.
Man kann den Grand Canyon von beiden Seiten, North Rim und / oder South Rim, besichtigen. 




Ganz in der Nähe befindet sich ein noch atemberaubenderes Naturwunder. Der so genannte "Bryce Canyon" im Bundesstaat Utah. Der Bryce Canyon unterscheidet sich von allem was ich, in meinem kurzen - aber doch weitgereisten - Leben, jemals gesehen habe. Er besteht hauptsächlich aus rötlich gefärbten Felspyramiden, welche man hier auch "Hoodoos" nennt. Wenn man sich eine kleine Wanderung auf einem der zahlreichen Wanderwege vornimmt, kann man auch Fenster in manchen Felsen erkennen.
Ich persönlich hatte eigentlich einen Ausritt geplant, allerdings passte der nächstmögliche Termin nicht in unseren Plan, sodass ich darauf verzichten musste, was mich bis heute noch sehr enttäuscht. 
Immerhin gibt es hier zahlreiche Streifenhörnchen, die jedoch den wenigsten Touristen auffallen.


Noch am selben Abend fürte unsere Route in die Stadt der Casinos und des Hangovers. Nach Las Vegas. Das Wetter dort ist im wahrsten Sinne des Wortes zum dahinschmelzen. Eine fürchterliche Hitze, sodass wir den ganzen Tag am Pool verbrachten um uns zu erfrischen.
Zwischendurch waren wir in den Outlets für einen weiteren Shopping-Marathon und den Abend verbrachten wir auf dem Las Vegas Strip um den ganzen Wahnsinn mal hautnah erlebt zu haben.
Alles in allem hat es uns dort sehr gut gefallen. So lange man sein Geld nicht in einem der tausenden Casinos verzockt, lässt es sich hier auch wirklich preiswert Urlaub machen.
Die Hotelpreise sind vermutlich deshalb so niedrig, weil alle darauf spekulieren, dass man sein Geld dort verzockt, aber da wir das nicht getan haben, hatten wir 2 schöne Tage Urlaub zu einem unschlagbaren Preis.
Hier möchte ich auf jeden Fall nochmal herkommen.

 
Den Samstag verbrachten wir damit in der Hölle zu schmoren. So oder so ähnlich hätte man es ausdrücken können. Wir besuchten den, viel zu heißen, Death Valley Nationalpark.
Der Name ist dort irgendwie Programm. Gerade in diesem Jahr übersteigen die Temperaturen alles bisher gewohnte.
Und zu sehen gab es nichts und 50km später auch nichts.
Für mich war es nicht wirklich sehenswert, es gab ja nichts außer Wüste. Vielleicht lag es aber auch daran, dass bei weit über 40°C meine Nieren einfach nicht mehr mitmachten und ich mit ordentlichen Schmerzen zu kämpfen hatte.
Viele Touristen gab es trotzdem, also solltest Du Dir eines Tages selbst ein Bild davon machen.


Man könnte an dieser Stelle verlauten lassen, dass es ja ohnehin nur noch besser werden kann. Aber was dann kam war nicht nur besser, sondern wirklich großartig. Wir fuhren eine Weile den Berg hinauf und plötzlich lag er vor uns. Ein rießiger, glasklarer, eiskalter Gletschersee und im Hintergrund wunderschöne Berge mit einem schneebedeckten Gipfel. Das ließ uns erahnen, dass wir nun im "Yosemite Nationalpark" angekommen waren. Was für eine Schönheit!


Dieser Nationalpark hatte wohl das abwechselungsreichste Programm zu bieten. Baden, Kajak fahren, Klettern, Reiten, Wandern... Einfach alles. Diese beinahe unberührte Schönheit ist einfach ein Muss für jeden Roadtrip an der Westküste. 


Als der Abend über Kalifornien hereinbrach wurde uns erstmals bewusst wie schnell wir unsere geplante Route eigentlich bewältigt hatten. Uns blieben noch einige Tage um an unser Ziel nach San Francisco zu kommen.
Somit gingen zwei Träume in Erfüllung. Einmal den Lake Tahoe besuchen und zum Big Sur zu fahren.
Wir hatten dort eine ganz nette Unterkunft und das Dörfchen gefiel uns ausgesprochen gut. Mittendrin fährt eine Gondel (im Winter für den Skibetrieb) mit dem Namen "Heavenly", was ja schon für sich spricht.
Lake Tahoe sah einfach aus wie ein rießengroßer See. Nicht mehr und nicht weniger um ehrlich zu sein. Aber dennoch wunderschön. Als wir dann mit dem Auto eine entlegene felsige Stelle fanden, blieben wir dort und genossen den Sonnenuntergang.
Die Größe des Sees ist definitiv nicht zu verachten. Durch sein rießiges Volumen von ca. 150km² wird der See niemals warm und gefriert auch nie. Damit könnte er ganz Kalifornien 2 Fuß hoch überschwemmen!



Die nächsten zwei Tage benötigten wir um erneut in den Süden zu fahren, um endlich den Big Sur zu sehen. Big Sur ist keine wirkliche Stadt, sondern ein Küstenstreifen im südlicheren Kalifornien. Es ist allerdings nicht nur irgendein Küstenstreifen, sondern mit Abstand einer der schönsten.
Auf dem Weg dorthin fuhren wir auch den 17-Mile-Drive. In dessen Verlauf sieht man einige schöne Buchten und etliche Seehunde bzw. Robben.




So im Nachhinein kann ich nur sagen, dass wir mal wieder alles richtig gemacht haben. Hätten wir nur LA und SF besichtigt, wären wir um so viele unvergessliche Eindrücke ärmer gewesen. Wenn man sich schonmal auf den langen Weg an die Westküste macht, dann sollte man sich diese anderen Teile des Landes definitiv nicht entgehen lassen.



Meine Top 5 USA Roadtrip:
1. Yosemite Nationalpark
2. Bryce Canyon
3. Grand Canyon
4. Big Sur
5. Las Vegas



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