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Donnerstag, 20. Juni 2013

Da wo der Zucker wächst


Die Tage bis zu unsere Segeltrip sind mittlerweile an zwei Händen abzuzählen. Somit bleibt uns nur ein sehr überschaubarer Zeitrahmen um von Byron Bay über Brisbane nach Airlie Beach zu fahren.
Ganz so geplant war das eigentlich nicht, aber beim Reisen muss man eben flexibel bleiben.
Dienstagmorgen machten wir uns startklar um den restlichen Weg nach Brisbane anzutreten, wo wir planten 1-2 Tage zu bleiben. Dort angekommen, verfuhren wir uns trotz Navigationsgerät und schnell wurde klar, dass wir hier mit unserem Camper nirgends parken können.
Glücklicherweise entdeckten wir eine BBQ-Area in Kangaroo Island mit Parkplatz, wo wir zumindest kurzfristig unterkommen konnten.
Weiter ging es mit einer der vielen kostenlosen Fähren zurück in die Stadt.
Dabei hakten wir auch gleich ein paar Sehenswürdigkeiten ab.
Wir liefen gemütlich durch die Stadt, an der Lagune vorbei und über den botanischen Garten wieder zurück.




Aber wohl gefühlt, haben wir uns zugegbenermaßen überhaupt nicht.
Die Brücken, das Rießenrad am Fluss... Alles erinnert einen an eine extrem schlechte Kopie von London... Und als überzeugter London-Fan ist das nur schwer zu ertragen.
Aus diesem Anlass, waren wir uns ohne Worte einig, dass wir nach margeren 3 Stunden in Brisbane, die Zelte abbrechen und weiter in die Glasshouse Mountains fahren.
Dort bot sich uns eine atemberaubende Kulisse mit wirklich außergewöhnlichen Bergen. Dabei handelt es sich um frühere Vulkane, die nun von Wäldern bedeckt sind.
Wo wir schon bei Wäldern sind - auch zwei Waldbrände durften wir uns unfreiwillig, mitansehen.
Nichts ungewöhnliches für Australien, was man an den zahlreichen angekokelten Baumstämmen am Straßenrand, immer wieder vor Augen geführt bekommt.


 
Eine weitere sehenswerte Stadt war Noosa. Uns wurde mehrfach erzählt, sie sei ähnlich wie Byron Bay, nur als luxuriösere Version. Ehrlich gesagt wunderten wir uns, als wir ankamen, zunächst nur weshalb die Hälfte aller Läden zur Vermietung frei sind.
Weshalb das so ist, kann ich euch bis heute leider nicht erklären, aber das macht schon einen merkwürdigen Eindruck. Klar ist es eine teure Stadt, aber dann auch irgendwie nur eine halbe.
Die Aussicht vom Nationalpark war dennoch absolut sehenswert.



Das absolute Highlight war aber die Stadt Agnes Water und die dahinter liegende, kleine  Town of Seventeen-Seventy. Ein kleines Surferstädtchen, welches uns sehr an Byron erinnert hat.
Es ist, mit seinen knapp 200 Einwohnern, ein absolut beschauliches Örtchen. Die Unterkünfte reichen dabei von schönen, alten, verwinkelten Häusschen am Hang, bis hin zu Villen, die einem Hollywoodfilm entsprungen sein könnten. Und letztendlich treffen sich doch alle zusammen am gleichen Strand um dem Surfen oder Kajak fahren nachzugehen. So etwas ist schön zu sehen, finde ich. 


Ihr fragt euch übrigens sicherlich was der Titel dieses Berichtes aussagen soll? Schaut doch einfach mal aus dem Fenster, wenn ihr die Ostküste entlang fahrt. Hier in dieser Gegend wächst Zucker. Und zwar ohne Ende. Eine Plantage reiht sich an die andere.

Am späten Nachmittag machten wir einen kleinen Stopp in Rockhampton mit dem Plan, ein legendäres Steak zu probieren. Unglücklicherweise waren um diese Uhrzeit alle Restaurants geschlossen, und so wurde daraus nur eine Pizza. Aber immerhin.
Ansonsten ist Rockhampton einfach nur eine langweilige, nicht gerade schöne, Industriestadt, in der wir sonst wohl nicht anhalten würden.
Der für Freitag angesetzte Besuch im Eungella Nationalpark fiel leider wortwörtlich ins Wasser. Aus diesem Grund kehrten wir noch am selben Tag in Airlie Beach ein, wo am Samstag auch Martin zu uns kam.
Eine weitere Veränderung stand außerdem an. Ich habe mir endlich, nach über 3 Monaten überlegen, einen Pony schneiden lassen und bin damit super zufrieden.
Wir meldeten uns bei der Segelcrew an und schlenderten noch ein wenig durch Airlie Beach. Dabei ist zu erwähnen, dass Airlie Beach prinzipiell nur aus zwei Straßen und dem wichtigsten Punkt, dem Hafen, besteht.
Am Abend ließen wir es uns bei einem leckeren Essen und Bier gut gehen.


Nachdem wir unseren kleinen Rucksack gepackt - und uns mit dem nötigsten Trinken eingedeckt hatten, ging das Abenteuer auch schon los.
Mit etwa 17 anderen ging es auf das Segelboot. Am selben Nachittag gab es eine Premiere. Ob ihr das jetzt glaubt oder nicht, ich habe meine Angst überwunden und bin geschnorchelt! Zugegeben, war es zunächst ein recht mulmiges Gefühl. Mir war alles irgendwie nicht so richtig geheuer und ich war mir zum Schluss auch nicht sicher, ob ich es nochmal wagen würde.
Bei dieser Schnorchelrunde verletzte sich meine bessere Hälfte leider ziemlich schlimm am Fuß, da er versehentlich eine Koralle gestriffen hatte, und sich dabei etliche Kratzer zuzog.
Gestärkt und entspannt schliefen wir irgendwann dann aber doch ein.
Die Nacht war sehr durchwachsen. Wir schliefen oben direkt unter der Luke. Wenn diese zu war, war es viel zu warm im Schiff -  offen hat es immer wieder hereingeregnet. Und so wurde es eine sehr unruhige Nacht, wobei das schaukeln des Bootes nicht gerade förderlich war.




Am nächsten Morgen gab es ein großartiges Frühstück und dann kam das Highlight der Tour. Wir besuchten den zweitschönsten Strand der Welt. Whiteheaven Beach.
Um dorthin zu gelangen muss man ein Stück über die Insel wandern... Aber was einen dann erwartet, ist einfach atemberaubend.


Leider kann man dort, aufgrund der vielen Rochen und Quallen, nur im Neoprenanzug schwimmen, was die ganze Freude ein bisschen trübt.
Nach der zweiten Runde schnorcheln an diesem Tag konnte ich sagen: Ja, ich habe Gefallen daran gefunden. Sehr sogar. Wer hätte das noch vor ein paar Wochen gedacht.
Nach einem letzten geselligen Abend, begleitet von einem wunderschönen Sonnenuntergang, ging es für alle Frühaufsteher um halb 6 am nächsten Morgen raus aus den Federn. Denn um diese Uhrzeit gäbe es wohl die schönsten Tiere unter Wasser zu sehen.
Leider war dem nicht so. Keine Schildkröten, kein Nemo, kein nichts.
Das hat sich leider nicht wirklich gelohnt. Aber man kann ja nicht immer alles haben.
Auf die Abschiedsparty am Abend und gleichzeitig Richi's Geburtstag konnten wir leider nicht gehen, da unsere Reise schließlich weiterging. Dennoch wird uns der Segeltrip in bester Erinnerung bleiben. Er war auf alle Fälle jeden Cent wert! 


Auf unserem Weg nach Cairns sahen wir uns noch den Waterfall Circuit an. Ein kleiner Rat an Dich - wenn Du auch einen Roadtrip machst und sowohl die Wasserfälle in den Blue Mountains, als auch den Crystal Waterfall in Dorrigo anschaust, dann brauchst Du diese Tour nicht wirklich machen. Der einzig sehenswerte Wasserfall war der "Millaa Millaa" Fall, unter dem man auch baden konnte. 


Die Unterkunft für denselbigen Abend, toppte aber nochmal fast alles bisher erlebte. Wir entschieden uns für den Granite Gorge Nationalpark. Dieser befindet sich in privaten Besitz eines ausgesprochen netten und hilfsbereiten Ehepaares. Dort gibt es nette kleine Wanderrouten, wobei die Rock Wallabies alles in den Schatten stellen.
Man kann sich für 1$ Futter kaufen und schon wird man umzingelt von diesen kleinen, flauschigen, süßen, Kängurus. Da kann kein Herz widerstehen - und meins erst Recht nicht!

 



Meine Top 5

1. Whitsunday Islands und Whiteheaven Beach
2. Granite Gorge
3. Town of Seventeen Seventy
4. Millaa Millaa Falls
5. Glasshouse Mountains




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