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Sonntag, 23. Juni 2013

Am Ziel einer langen Reise


Wir können es selbst kaum glauben, aber es liegen nun schon ganze 4 Wochen Australien hinter uns. 4 Wochen voller Überraschungen, schöner und manchmal weniger schöner Momente.
Für uns ist es  also an der Zeit mal wieder "sesshaft" zu werden und unseren lieb gewonnen Van in Cairns abzugeben. Zuvor haben wir uns nochmal einen netten Campingplatz herausgesucht um die drei rastlosen Wochen ausklingen zu lassen. Schließlich mussten alles auch wieder eingepackt, geputzt und gestriegelt werden. 
Am nächsten Morgen machten wir uns also auf den Weg zu unserer letzen Unterkunft in Australien, diese Mal ein simples Backpacker Hostel.
Der erste Eindruck war noch recht in Ordnung, als wir dann jedoch unser Zimmer zu Gesicht bekamen, wurde uns etwas anders zumute. Ein winziges Doppelzimmer, mit einem kleinen Fensterschacht ganz oben an der Decke. Der Haken war aber, dass das Zimmer genau in der Ecke von Hauseingang, Küche und Flur war. Sobald jemand kochen angefangen hätte zu kochen, wäre der ganze Geruch ins Zimmer eingedrungen... Nein danke... Zumindest nicht für das Geld.
Mit etwas sprachlichem Geschick und Freundlichkeit bekamen wir so ein neues Zimmer am anderen Ende des Hauses, in ruhigerer Lage; was jedoch nichts daran änderte, das es weder ein einfaches Regalbrett noch einen Kleiderhaken gab.
Die ersten Tage verbrachten wir eigentlich relativ gemütlich an der Lagune in der Stadt und damit, endlich an all unseren Lieben daheim Postkarten zu schreiben.

  Der Sonntag brachte aber einige unerwarteten Geschehnisse mit sich mit. Philip ging es schon seit morgens leider gar nicht gut. Fieber, Gelenksschmerzen, Schüttelfrost und Bauchweh. Zunächst dachten wir an eine Blinddarmentzündung oder eine Infektion von dem Korallenschnitt. Da es aber keineswegs besser wurde, schnappte ich ihn und brachte ihn ins nebenan gelegene Krankenhaus, wo er dann auch über Nacht bleiben musste. Mein Verdacht mit der Koralle bestätigte sich und so bekam er Antibiotika und wurde auch sicherheitshalber nochmal geröngt. Zu seinem Übel mussten Sie die Wunder auch nochmal aufschneiden und reinigen.
Der erste Abend alleine war schon sehr ungewohnt und ich war auch vor Sorge vollkommen durch den Wind. Habe so ziemlich alles fallen lassen, was in meine Hände kam und bin in der Nacht permanent aufgewacht. Dehalb bin ich gleich am frühen morgen ins Krankenhaus rüber und ein paar Stunden später durfte ich meinen Liebsten auch schon wieder mit nach Hause nehmen <3

Am Nachmittag machte ich mich auf den Weg in die Stadt um Philips Medikamente zu besorgen. Das dauerte im Endeffekt eine halbe Ewigkeit, denn so einfach wie in Deutschland ist das hier leider nicht. Nachdem ich genauestens erläuterte, wer ich denn bin und weshalb ich die Medikamente abhole, musste die Arztschrift entziffert werden. Gut; auch das ist bei uns daheim oft eine große Herausforderung; manchmal grenzend an eine Überforderung.
Anschließend wurden pro Medikamentenpackung 4 oder 5 Aufkleber ausgedruckt mit etlichen Informationen und zusätzlich auf das Rezept geklebt.
Ein rießger Umstand. Eine dreiviertel Stunde später. und 50$ ärmer, war es dann vollbracht.
Als Gute-Besserungs-Überraschung besorgte ich noch die langersehnte Billabong Boardshorts inklusive passendem Geldbeutel. Da war die Welt, zumindest halbwegs, wieder in Ordnung.

Mittwochs waren alle wieder fit genug um unseren gebuchten Schnorcheltrip mit "Downunder Dive & Cruise" ans äußere Great Barrier Reef zu machen. Um sieben Uhr morgens ging es vom Hafen los.
Wir hatten eine wirklich lustige und freundliche Crew. Insgesamt verbrachten wir 5 Stunden im Wasser an zwei verschiedenen, wirklich atemberaubenden Tauchspots.
Zu Beginn war ich noch schwer am Überlegen, einen ersten Tauchgang hinzuzubuchen; aber letzten Endes war ich froh es doch nicht getan zu haben. Das Wasser war so kristallklar und nur 8m tief, sodass wir genausoviel sehen konnten, wie die paar Taucher auch.
Leider machte auch ich, durch die überraschend starke Strömung, Bekanntschaft mit einer Koralle. Doch bis auf einen großen Schrecken und ein paar blutigen Kratzern am Bein, ist nichts passiet.
Von der Artenvielfalt der Fische hatte ich mir ein bisschen mehr erhofft, aber ich habe immerhin einen Hai unter mir gesehen, der in aller Seelen Ruhe mitgeschwommen ist. Wow! Das war wirklich beeindruckend und ein Erlebnis, dass ich so schnell nicht vergessen werde.

 
Ich bin wirklich froh es gewagt, und sogar meine Angst größtenteils überwunden zu haben. Vor ein paar Wochen hielt ich das noch für absolut unmöglich, und jetzt? Habe ich sogar Gefallen daran gefunden. Manchmal muss man über seinen Schatten springen um neue Dinge zu entdecken.
Vielleicht wird es ja was mit dem Tauchschein in Thailand in den nächsten Jahren. Who knows.

Nachdem wir an unserem letzten Tage alle sieben Sachen gepackt hatten, trafen wir uns noch ein letztes Mal mit Martin, dem Schweizer, den wir in Byron Bay kennen lernten.
Wir schlenderten ein bisschen durch die Stadt und entschieden uns in einem netten Restaurant Fisch essen zu gehen. Der sollte hier in Cairns angeblich, am Besten schmecken.
Ohne Zweifel, so gutes Essen bekommt man bei uns in Deutschland nur schwer - aber die rießige Fisch und Krabbenplatte in Byron Bay ist beim besten Willen nicht zu toppen :-)
Wir schauten uns noch ein paar Bilder an, die in der letzten Woche entstanden sind und dann war es für uns auch schon an der Zeit, den Heimweg anzutreten, mit dem festen Versprechen, dass wir uns nächstes Jahr in der Schweiz zum Bungeejumping wieder sehen.

Das war also unsere Zeit in Australien. 5 wirklich wundervolle Wochen, die ich auf jeden Fall nochmal wiederholen möchte.
Was für uns jedoch klar geworden ist, dass wir vermutlich nicht nocheinmal ganz bis nach Cairns hochfahren würden, sondern eher von Melbourne aus bis nach Byron Bay. Klar, Airlie Beach muss sein - da von hier aus alle Segelschiffe auf die Whitsunday Islands starten - aber dahin kommt man auch mit dem Greyhound oder dem Flugzeug. Der Rest überhalb von Byron war nämlich nicht wirklich sehenswert; und Cairns schonmal gar nicht! Lediglich zum schnorcheln und tauchen.
Australien war für mich bisher das Land, in dem ich mich am sichersten und wohlsten gefühlt habe - und so ist es irgendwie eine zweite Heimat für mich geworden.
Die unheimlich netten, offenen Menschen, der Lebensstil, das Meer, das Surfen, das Schnorcheln, die Tierwelt, der Campervan mit dem wir jeden Morgen in einer anderen Stadt aufgewacht sind - all das wird mir unendlich fehlen.
Und so hoffe ich, dass es nicht das letzte Mal gewesen sein wird <3
Also, solltet ihr jemals in eurem Leben die Chance haben nach Australien zu gehen; ergreift sie und lasst euch von diesem tollen Land in den Bann ziehen!

Herzlichste Grüße,
Eure Anna


Meine Top 5:
1. Great Barrier Reef
2. Tablelands
3. Lagune Cairns
4. Port Douglas
5. Cape Tribulation




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